Hornissennest im Haus oder Garten – was nun?

In vielen Fällen ist es gar nicht so schwierig, mit einem Hornissennest im Haus oder im Garten umzugehen. Da sich ausgewachsene Hornissen ausschließlich von anderen Insekten sowie von Obst, vom zuckerhaltigen Rindensaft der Bäume und ab und an von Blütenektar ernähren, stören die schwarz-gelben Tiere weder bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse noch bei abendlichen Grillpartys.

Umgebung absichern

Wer jedoch ein Hornissennest bemerkt, sollte die nähere Umgebung (ca. 4 Meter) mit einem Absperrband markieren. So kommt niemand den Hornissen versehentlich in die Quere.

Das Zusammenleben ist nicht so schwer

Hornissen bauen ihre Nester häufig in und an Wohn- und Gartenhäusern. Unter dem Hornissennest sammeln sich dann flüssiger Kot und Beuteabfälle. Für ein möglichst klinisches Zusammenleben mit den Insekten sorgen ausgelegtes Zeitungspapier sowie Plastikfolie oder ein großes Gefäß mit saugfähigem Material wie Katzen-Einstreu. Anfang November löst sich die Einschränkung mit den gelb-schwarzen „Mitbewohnern“ dann von ganz alleine, wenn das Hornissenvolk abstirbt und die Jungköniginnen ein Winterquartier in der freien Natur suchen. Oftmals bemerkt man ein Hornissennest sowieso erst im Spätsommer oder Herbst. Daher muss man sich mit den Tieren gar nicht so lange arrangieren. Spätestens im darauffolgenden Frühjahr kann man dann das verwaiste Nest gefahrlos selbst entfernen.

Hornissennest entfernen – ist das wirklich nötig?

Obwohl die schwarz-gelben Tiere oft sehr nützlich bei der Insektenjagd sind, verunsichert es viele Menschen, wenn sie ein Hornissennest an ihrem Haus oder im Garten entdecken. Dabei sind Hornissen äußerst friedfertige Tiere. Sie greifen ausschließlich in der unmittelbaren Nestumgebung an, sofern sie sich bedroht fühlen. Dann gilt es in erster Linie, die Königin und die Brut zu verteidigen. Sind sie jedoch mehr als vier Meter vom Hornissennest entfernt, fliehen sie bei Störungen.

Was ist zu tun, wenn man ein Nest entfernen möchte?

Dennoch haben viele Menschen den Wunsch, das Hornissennest beseitigen oder umsiedeln zu lassen. Das ist aber nur in absoluten Ausnahmefällen gestattet. Wer sein Hornissennest umsiedeln oder entfernen lassen möchte, sollte sich daher zuerst an die untere Naturschutzbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt wenden. Nur bei einer unmittelbaren Gefährdung erteilt die Behörde eine Ausnahmegenehmigung. Dann darf ein ausgezeichneter Hornissenberater, ein Kammerjäger, ein Spezialist von der Feuerwehr, ein Imker oder ein Naturschützer die Insekten in einen anderen brauchbaren Lebensraum umsiedeln. Wenn das Hornissennest so angebracht ist, dass eine Umsiedlung nicht möglich ist, können Betroffene auch eine Erlaubnis für das Töten der Insekten bei der Naturschutzbehörde einholen. Die Kosten richten sich dabei nach dem Aufwand. Für die Dienste eines Schädlingsbekämpfers zahlen Betroffene meist mindestens 200 Euro.

VORSICHT bei waghalsigen und verbotenen Eigenleistungen

Ein bewohntes Nest selbst zu beseitigen, ist nicht nur strikt verboten, sondern auch gefährlich. Denn die Insekten verteidigen ihr Zuhause vehement mit dem Stachel – und ein Sturz von der Leiter ist da durchaus wahrscheinlich. Normalerweise sind Hornissenstiche nicht gefährlich. Doch Vorsicht: Sticht eine Hornisse in die Mund- und Rachenregion, können die Schleimhäute oder die Zunge sehr schnell anschwellen und dann besteht akute Erstickungsgefahr. In diesem Fall ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig. Für Allergiker kann bereits ein einzelner Stich unabhängig von der Einstichstelle sehr gefährlich sein.